Die ursprüngliche Figurengruppe des alten Kalvarienbergs bestand aus sieben Sandsteinfiguren. Am Fuß des mittleren Kreuzes standen links der Hauptmann und Longinus, rechts Maria und Johannes. Im Jahr 1887 wurde diese Anlage abgetragen und durch eine neue ersetzt.
Nach diesem Zeitpunkt entstand an der Düsseldorfer St.-Lambertus-Kirche ein neuer Kalvarienberg, geschaffen von Anton Josef Reiss. In dieser Neugestaltung verzichtete man auf die Figuren des Hauptmanns und des Longinus. Stattdessen erheben sich über einem landschaftlich gestalteten Sockel drei Kreuze mit Christus und den beiden Schächern. Am Fuß des mittleren Kreuzes befinden sich erneut Maria und Johannes.
Stilistisch verbindet die Darstellung gotische Elemente mit Einflüssen aus der italienischen Kunst. Dadurch entsteht ein ambivalenter Eindruck, der einerseits an die Wiederbelebung monumentaler Kunst im frühen 19. Jahrhundert erinnert und als „spätnazarenisch“ gedeutet werden kann, andererseits aber in den Figuren der Schächer bereits Züge eines expressiven Naturalismus erkennen lässt.
Um 1930 fertigte der Bildhauer Hermann Nolte Kopien dieser Figuren aus Muschelkalk an. Die Originale von Reiss, die zu diesem Zeitpunkt bereits stark beschädigt waren, gelten heute als verschollen.

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